Brand- und Entrauchungsventilation in Tiefgaragen – zentrale Aspekte der Planung und Sicherheit

Die Brandlüftung in Tiefgaragen spielt eine entscheidende Rolle beim Schutz von Leben, Gesundheit und der Gebäudekonstruktion. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, im Brandfall Rauch und Wärme effektiv abzuführen. Dies hat direkten Einfluss auf die Sicherheit der Evakuierung, die Arbeit der Einsatzkräfte sowie den Erhalt der baulichen Struktur.

Eine sorgfältig geplante Entrauchungsanlage schützt die Fluchtwege vor Verrauchung und übermäßiger Wärmeabstrahlung, sodass Personen die Gefahrenzone sicher verlassen können. Gleichzeitig schafft sie Bedingungen, unter denen die Feuerwehr effektiv arbeiten kann, und reduziert durch die Absenkung der Unterdeckentemperatur das Risiko baulicher Schäden.

 In Tiefgaragen kommen drei grundlegende Systeme zum Einsatz:

- Kanalgeführte Rauchabzugsanlagen: Basierend auf einem Netz aus Lüftungskanälen, Rauchschürzen und Absaugöffnungen, die den Rauch unter der Decke abführen und darunter einen raucharmen Bereich schaffen.

- Strahlventilation zur Rauchabführung: Jet-Ventilatoren lenken den Rauch gezielt, sodass unverrauchte Zugangswege für Rettungskräfte erhalten bleiben.

- Strahlventilation zur Rauchreinigung: Diese sorgt für eine effektive Entfernung brandbedingter Schadstoffe aus der gesamten Garagenfläche.

Die Wahl des Systems hängt von der Geometrie der Garage, der Möglichkeit zur Unterteilung in Rauchabschnitte sowie der Anzahl und Lage der Fluchtwege ab.

Die Planung der Entrauchungsanlage erfolgt in mehreren Schritten. Zunächst wird ein Konzept erstellt, das die Einteilung in Rauchzonen sowie die Positionierung der Ventilatoren und der Rauch- und Zuluftschächte umfasst.

Darauf folgen CFD-Simulationen, die die Evakuierungsbedingungen (Temperatur, Sichtbarkeit, Wärmestrahlung, Konzentration toxischer Gase) sowie die Einsatzmöglichkeiten der Feuerwehr im Hinblick auf Temperatur und Wärmestrahlung überprüfen. Auf dieser Basis entsteht ein detailliertes Ausführungsprojekt. Eine wesentliche Rolle spielt hierbei die Auswahl der richtigen Temperaturklasse der Ventilatoren. Entrauchungs- und Jet-Ventilatoren müssen die Anforderungen an die Beständigkeit gegenüber hohen Temperaturen erfüllen, wie durch die CFD-Ergebnisse bestätigt.

Neue Herausforderungen – Elektrofahrzeuge

Die zunehmende Anzahl batterieelektrischer Fahrzeuge und Plug-in-Hybride in Tiefgaragen stellt Planer vor neue Aufgaben. Batteriebrände weisen eine andere Dynamik und deutlich höhere Energiefreisetzung auf als Brände konventioneller Fahrzeuge. Aus diesem Grund berücksichtigen Simulationen entsprechend angepasste Heat-Release-Kurven.

Die Vorschriften definieren derzeit noch keine spezifischen Anforderungen für Stellplätze von Elektrofahrzeugen. Die CNBOP-Empfehlungen verweisen jedoch auf: zuverlässige Branddetektion, automatische Alarmweiterleitung an die Feuerwehr, lokale bauliche Brandschutztrennungen oder alternativ den schnellen Einsatz geeigneter Löschmittel. Ein weiterer wichtiger Hinweis betrifft die Platzierung von Ladepunkten in unmittelbarer Nähe zur Einfahrt, um Rettungsaktionen zu erleichtern.

Technologische Lösungen

Auf dem Markt stehen verschiedene Geräte zur sicheren Entrauchung von Tiefgaragen zur Verfügung. Mercor bietet unter anderem:

- Rauchabzugsventilatoren mcr Monsun und mcr Pasat, die sich durch hohe Leistungsfähigkeit, Feuerwiderstand bis F600 und flexible Einsatzkonfigurationen auszeichnen.

- Jet-Ventilatoren mcr Bora, in einseitig wirkender und reversierbarer Ausführung, zur gezielten Steuerung des Rauchstroms.

- Steuerzentralen mcr Omega PRO, die das Entrauchungssystem mit Signalen von Brandmeldern, BMS-Systemen oder Gasdetektion vernetzen und sowohl den Betriebs- als auch den Brandmodus steuern.

Die Brandlüftung von Tiefgaragen ist nicht nur eine formale Anforderung, sondern ein zentrales Element für den Schutz von Menschen und Sachwerten. Die Wirksamkeit des Systems hängt von einer sorgfältigen Planung ab, die sowohl klassische Brandrisiken als auch neue Herausforderungen der Elektromobilität berücksichtigt. Die Zusammenarbeit von Planern mit Brandschutzsachverständigen sowie der Einsatz moderner technischer Lösungen bilden die Grundlage für ein angemessenes Sicherheitsniveau in unterirdischen Gebäuden.